Dein Businessplan für die Existenzgründung in Hessen
- Silke Beata Stohmann

- 2. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Juni
Ein Businessplan für die Existenzgründung ist ein Muss für dich als Gründer. Egal, ob du dies als Nebentätigkeit oder in Vollzeit planst, und welche Geschäftsidee du umsetzen möchtest. Was du beim Start in deine Selbständigkeit planen musst und was in deinen Businessplan gehört, haben wir dir in einer Übersicht zusammengefasst.
Warum ein individueller Businessplan wichtig ist
Für deine Existenzgründung solltest du unbedingt deinen individuellen Businessplan erstellen. Bei der Erstellung wirst du mit verschiedenen rechtlichen Aspekten einer Selbständigkeit konfrontiert. Dazu gehören kalkulierbare Finanzen, Wettbewerbsanalysen und Marketingmöglichkeiten.
Ich möchte dir aus meiner jahrelangen Erfahrung mit Gründern etwas mit auf den Weg geben: Es ist zwar möglich, dass KI einen Businessplan erstellt. Aber Vorsicht! Bei der eigenen Erstellung oder während eines Coachings bekommst du Klarheit. Du wächst mit deinem Businessplan zusammen mit deinem Unternehmen. Das ist ausgesprochen wichtig. Nur mit absoluter Klarheit bist du bereit für eine Gründung. Diese Klarheit gibt dir die KI nicht. Sie ist gut, um den Text zu verfeinern, aber die Gedanken musst du dir selbst machen. Gerade bei dem Herzstück deines Businessplans – der Angebotsbeschreibung – passiert viel in dir. Gedanken werden verworfen, neue Ideen entstehen. Ein Prozess beginnt. Deine Geschäftsidee kann sich wandeln und verstärken, bis der Weg für dich klar ist. Das geschieht von ganz alleine – es muss in dir wachsen und nicht durch KI. Dann bist du startklar.
Dein sorgfältig erstellter Businessplan zeigt dir vorab die Überlebensfähigkeit deiner Geschäftsidee. Er stärkt dein Wissen als zukünftiger Unternehmer. Somit dient dir dein Businessplan auch im weiteren Verlauf deiner Selbständigkeit als Richtschnur und Wegweiser. Bei der Erstellung bist du an keine Vorschriften gebunden. Dennoch solltest du dich an einem gewissen allgemeinen Aufbau orientieren. Dieser deckt die wichtigsten Punkte deiner zukünftigen Selbständigkeit ab und ordnet sie systematisch.
Unterstützung bei der Erstellung deines Businessplans
Es empfiehlt sich, deinen Businessplan von mehreren Seiten gegenlesen zu lassen. Auch kannst du auf Businessplantools oder sogenannte Gründercoaches zurückgreifen. Insbesondere in Existenzgründerseminaren kannst du dir das Grundwissen zur Businessplanerstellung abholen. (Mit einem AVGS ist das völlig kostenfrei für dich.)
Startest du aus der Arbeitslosigkeit, kannst du dir einen Gründercoach oder die Teilnahme an einem Gründerseminar fördern lassen. Dies führt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt deiner Businessplanerstellung: der Weiterverwendung deines Businessplans.
Fördermittel und Kredite
Für die Beantragung von Fördermitteln musst du einen professionellen Businessplan anfertigen. Das Gleiche gilt bei der Beantragung von Krediten bei der Bank, Venture Capital oder die Teilnahme an Existenzgründerwettbewerben.
Erfahrene Geldgeber oder andere Förderinstitutionen bewerten anhand deines Businessplans die Tragfähigkeit deiner Geschäftsidee. Planungsfehler oder Lücken können schließlich zu einem Misserfolg deiner Selbständigkeit führen.
Inhaltlich soll in deinem Businessplan deine Existenzgründung und du selbst als Gründer vorgestellt werden. Hierbei triffst du Aussagen über deine Ziele und die Strategie, mit der deine Existenzgründung umgesetzt und zum Erfolg geführt werden soll. Deshalb werden alle relevanten Aspekte beschrieben, wie Marketing, Finanzierung, Organisation, Rechtsform und Personalsituation.
Vor allem die betriebswirtschaftlichen und finanziellen Aspekte nehmen im Unternehmenskonzept für deine Existenzgründung einen hohen Stellenwert ein. Schließlich gilt es, deine Existenz abzusichern.
Struktur eines Businessplans
Im Folgenden stelle ich dir eine übliche Struktur eines Businessplans für Existenzgründungen vor.
Zusammenfassung
Jeder sachgerecht ausgearbeitete Businessplan beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung, auch Management Summary genannt. Hier gibst du als Existenzgründer die relevanten Eckdaten deiner Gründung kurz wieder. Dieser erste Inhaltspunkt dient dazu, einen Überblick über dein Gründungsvorhaben zu gewähren. Details gehören in diesen Abschnitt nicht hinein.
Leistungsbeschreibung und Alleinstellungsmerkmale
In diesem Abschnitt beschreibst du deine Produkte oder Dienstleistungen. Besonders hervorheben musst du die verschiedenen Alleinstellungsmerkmale und Besonderheiten deiner Angebote.
Markt- und Branchenbetrachtung
Unter diesem Gliederungspunkt zeigst du, was du über das erwartete Marktumfeld verstehst. Wichtig ist, dass du die verschiedenen und individuellen Dynamiken des Marktes aufzeigst. Eine Wettbewerbsanalyse ist dabei ebenfalls darzustellen.
Marketing und Vertrieb
In diesem Abschnitt geht es um weit mehr als nur Werbung. Für deine klar abgegrenzte Zielgruppe gestaltest du eine entsprechende Produktstrategie. Es gilt, einen Mix aus Maßnahmen zu entwerfen, der deiner Geschäftsidee Marktanteile sichert.
Personal
Hier geht es um die personelle Ausstattung deiner Geschäftsidee. Kannst du die Geschäftsabläufe selbst besorgen oder setzt du auf angestelltes oder freies Personal? Beleuchte die Vor- und Nachteile und decke eventuelle Schwachstellen auf.
Organisation
In diesem Abschnitt klärst du die rechtliche und geschäftliche Struktur deines Unternehmens. Es geht um den Unternehmensstandort, die Rechtsform und die inneren Aufgabenstrukturen. Hierbei geht es darum, dein unternehmerisches Risiko zu begrenzen und gleichzeitig deinen Geschäftserfolg zu erhöhen.
Gründerperson
Als Gründer hast du einen maßgeblichen Anteil am Erfolg deines Vorhabens. Gehe auf deine Persönlichkeit ein. Welche Fähigkeiten hast du? Was sind deine Schwächen und wie wirst du diese abbauen oder meistern? Zeige, dass und warum du für deine Geschäftsidee brennst.
Rentabilitätsvorschau und Finanzierung
Der Kernpunkt ist das Zahlenmaterial. Deine Existenzabsicherung gelingt nur, wenn auch deine Finanzen stimmen. Für eine Existenzgründung brauchst du meist Geld, um eine Anlaufphase zu überbrücken oder notwendige Erstinvestitionen zu bewältigen. Beschreibe, welche Kapitalmengen dir als Eigenmittel zur Verfügung stehen und ob du Fördermittel oder andere Fremdfinanzierungen benötigst.
Realistisch solltest du Umsatz- und Gewinnerwartungen abschätzen. Nach Abzug aller Kosten, Abgaben und Steuern muss deine Existenz gesichert sein. Für die Absicherung deiner Existenz während der Anfangsphase kannst du unter Umständen Fördermittel beantragen. Mit einem Existenzgründerzuschuss kannst du bei der Arbeitsagentur oder das Einstiegsgeld beim Jobcenter beantragen. Hierfür muss deine Finanzplanung über drei Jahre (monatlich) abgebildet werden.
In Summe zeigt deine Finanzplanung die Rentabilität deines Vorhabens auf. Nach einer gewissen, finanziell abgesicherten Anlaufzeit sollte sich dein Geschäftsmodell und Lebensunterhalt aus eigenen Umsätzen tragen.
Mit einem AVGS für ein Existenzgründercoaching unterstützen wir dich maßgeblich bei der Erstellung.
Silke Beata Stohmann, Existenzgründercoach, BAFA-Beraterin, Wirtschaftmediatorin, General Manager




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